Glossar
Dieses Glossar erklärt zentrale Begriffe der Zwangsversteigerung verständlich und sachlich. Es soll Orientierung geben, ohne Beratung zu ersetzen.
Die Einträge sind knapp gehalten und auf die wichtigsten Grundlagen fokussiert. Weitere Begriffe können später ergänzt werden.
Zwangsversteigerung
Eine Zwangsversteigerung ist ein gerichtliches Verfahren, in dem eine Immobilie öffentlich versteigert wird. Das geschieht typischerweise, wenn ein Gläubiger die Verwertung einer belasteten Immobilie betreibt. Ziel ist die Befriedigung von Forderungen aus dem Erlös.
Lohnen sich Zwangsversteigerungen? →Verkehrswert
Der Verkehrswert ist der Wert, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr für eine Immobilie zum Wertermittlungsstichtag erwartet werden kann. Er soll die objektiven Marktverhältnisse abbilden. Im Versteigerungsverfahren dient er häufig als wichtiger Orientierungswert.
Cashflow aus dem Verkehrswert berechnen →Zuschlag
Mit dem Zuschlag entscheidet das Gericht, dass das höchste wirksame Gebot den Zuschlag erhält. Erst dadurch geht das Eigentum im Versteigerungsverfahren regelmäßig auf den Ersteher über. Der Zuschlag ist damit der zentrale Abschluss der Versteigerung.
Zuschlagsquoten nach Region im Marktbericht →Bargebot
Das Bargebot ist der Geldbetrag, der im Termin als Gebot abgegeben wird. Es bestimmt, wie viel der Bietende für das Objekt bieten will. Andere gesetzliche Beträge oder bestehenbleibende Rechte werden davon rechtlich getrennt behandelt.
Bietstunde
Die Bietstunde ist der Zeitraum im Termin, in dem Gebote abgegeben werden können. Sie beginnt, wenn das Gericht dazu auffordert, und endet nach Ablauf der gesetzlichen Mindestzeit. Erst danach wird über den Zuschlag entschieden.
Geringstes Gebot
Das geringste Gebot ist der niedrigste Betrag, mit dem ein Gebot im Termin zulässig ist. Es setzt sich rechtlich aus verschiedenen Positionen zusammen, etwa aus bestehenbleibenden Rechten und Verfahrenskosten. Ein Gebot unterhalb dieses Werts ist nicht wirksam.
Sicherheitsleistung
Die Sicherheitsleistung ist eine Sicherheit, die ein Bietender vor oder im Termin erbringen muss. Sie soll sicherstellen, dass das Gebot ernst gemeint ist und erfüllt werden kann. Häufig wird dafür ein gesetzlich anerkannter Nachweis verlangt.
Teilungsversteigerung
Eine Teilungsversteigerung dient dazu, gemeinschaftliches Eigentum an einer Immobilie zu beenden. Sie kommt vor allem bei Miteigentum oder Erbengemeinschaften vor, wenn keine Einigung über die gemeinsame Nutzung oder Aufteilung gelingt. Das Verfahren ist rechtlich eine besondere Form der Versteigerung.
Verkehrswertgutachten
Ein Verkehrswertgutachten ist die schriftliche Wertermittlung eines Sachverständigen. Es beschreibt die Immobilie, ihre Eigenschaften und die wertrelevanten Umstände. Im Versteigerungsverfahren ist es eine wichtige Grundlage für die Einschätzung des Objekts.
Gutachten lesen und verstehen →Zuschlagsbeschluss
Der Zuschlagsbeschluss ist die gerichtliche Entscheidung, mit der der Zuschlag erteilt wird. Er hält fest, wer den Zuschlag erhalten hat und zu welchen Bedingungen das Verfahren endet. Der Beschluss ist damit das maßgebliche Dokument für den Eigentumsübergang im Verfahren.
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